Die Geschichte des Radsports in Laupheim

Bereits 1861 war der Altonaer Bicycle - Club gegründet worden, 1884 in Leipzig der Bund Deutscher Radfahrer und schon 1887 (Vor über 100 Jahren !!) der Laupheimer Radfahrer - Club. Der neu gegründete Laupheimer Club erfreute sich größter Beliebtheit. Die Mitgliederzahl stieg rapide an und 1893 die für den neuen Sport stolze Zahl von ca. 40 Mitgliedern. Bemerkenswert ist, daß zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Männer aus gehobenen Kreisen diesen Sport nachgingen. Gaub, Hermann, Klaiber, Lämmle, Biber, Einstein, Moosmayer, Spleis, Volz und Eberwein um nur einige davon zu nennen. Damals wurden schon regelmäßige Versammlungen im Clublokal abgehalten, aber es wurde nicht nur über den Club geredet, sondern man hat auch gemeinsam Lieder gesungen, wie diese Anzeige aus dem Jahre 1899 beweist:

 

 


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1899 hatte man in Laupheimer Radfahrer Club auch allen Grund zum Singen und zu Feiern, denn am 11. Juni 1899 beging man in Laupheim den 1. Gautag des " Oberschwäbischen Radfahrer - Verbandes ". Gleichzeitig wurde eine Standarte feierlich enthüllt und gewiehen. Diese wunderschöne Standarte ist heute noch, zusammen mit verschiedenen Rädern des damaligen Radfahrer - Clubs, im Heimatmuseum in Laupheim zu bewundern.

 

 

 

Im Jahre 1900 begann die Karriere des erfolgreichsten Radsportlers Laupheims, die Rede ist von Christian Eberwein. Schon mit 16 Jahren holte er sich bei Straßenrennen ca 40mal den ersten Platz. Insgesamt 206mal ging Christian Eberwein als 1.Sieger hervor, er war im württembergischen Raum nicht zu schlagen. Wiederholt holte Eberwein die Titel des oberschwäbischen Meisters, des württembergischen und bayrischen Meisters nach Laupheim. Als im Jahre 1962 die jetzige Abteilung neu gegründet wurde, stand auf der ersten Beitrittserklärung der Name Christian Eberwein. Er war es, der sofort die Initiative ergriff, als es darum ging, wieder einen Radsportverein zu gründen, nachdem Kriege und Wiederaufbau den Laupheimer Radfahrer - Club auflöste.

 

 

 

 

 


Wie alles begann

Am 8. Oktober 1962 fanden sich im Gasthaus zum " Bären " in Laupheim 11 Idealisten zusammen und gründeten einen selbständigen Verein. Die Zusammenkunft begann um 21.00 Uhr unter Leitung des Bezirksvorsitzenden Eugen Herold und der Anwesenheit von 7 Vereinsmitgliedern des RSV - Excelsior Ulm. Es wurde folgende Vereinsführung gewählt:

1. Vorstand: Emil Schwarz
2. Vorstand: Walter Schwarz
Kassierer: Matthias Scheffold
Schriftführer: Brigitte Steinhardt
Jugendleiter: Ulrich Schlapeit
Sportleiter: Walter Schwarz
Saalsportwart: Franz Kiesle
Wanderfahrwart: Ulrich Schlapeit
Pressewart: Sepp Fink
Kassenrevisor: Matthias Scheffold

Gründungsausschuss 1962

Als Vereinslokal wurde das Gasthaus zum " Bären " bestimmt und die Monatsversammlung wurde auf jeden 1. Freitag im Monat festgelegt. Der Vereinsbeitrag betrug jährlich 8,- DM für Erwachsene und 4,- DM für Jugendliche. Ehrenvorsitzender der Vereins wurde Christian Eberwein. Als Gründungsspende stiftete der RSV-Excelsior Ulm 50,- DM und der Gastwirt 20,- DM.

Am 15. September 1963 wurde dann das 1. Rundstreckenrennen durchgeführt und bereits am 31. Mai 1964 veranstaltete der noch junge Verein das erste Kriterium in Laupheim. Insgesamt fanden bis 1972 neun Kriterien statt. Der damalige Radsportverein widmete sich in den ersten Jahren nur den Rennsport.

Bereits im Mai 1963 wurde in der damaligen Monatsversammlung erwogen, Hallenradsport, also Radball und Radpolo in den Verein einzubeziehen. Diesen Ansinnen war zu dieser Zeit jedoch noch nicht realisierbar, da es in Laupheim nur die kleine Turnhalle an der Bühler Straße gab. Diese war natürlich total ausgebucht. Es war sogar die Rede, evtl. im Schloß von der Stadt Laupheim einen Raum zur Verfügung gestellt zu bekommen, in dem dann trainiert werden könnte. Dies war jedoch nicht möglich.

Durch die Angliederung des Radsportvereins an den Fußballverein "Olympia" am 15. März wurde das Hallenproblem vom damaligen Vorstand Erwin Niedermann bestens gelöst. Der Hauptverein stellt der Abteilung " Radsport " zweimal in der Woche die Bühlerhalle zum trainieren zur Verfügung. Am 26. April 1964 konnte dann auch schon die Bezirksmeisterschaften im Kunstradfahren, Radball und Radpolo in Laupheim durchgeführt werden. Der RSV - Soflingen und der RSV - Excelsior Ulm unterstützten unsere Abteilung bei der Ausrichtung der Bezirksmeisterschaften, da aus den eigenen Reihen von der neuen Sportart, Radball und Radpolo keiner recht Bescheid wußte. Die Veranstaltung dient hauptsächlich zur Demonstration und Werbung für die noch unbekannte Sportart in Laupheim. Mit den Spielregeln machte man sich schnell vertraut und die ersten Jugendlichen und Aktiven konnten bald gewonnen werden. Die ersten beiden Radballmaschinen wurden dann am 4.9.1964 bestellt. Damals kostete eine neues Radballrad 265,-DM (heute ca. 2500-DM). Nun konnte das erste Radballtraining beginnen. Es fand in Söflingen unter der Leitung von Sportkamerad Fritz Aubele aus Söflingen statt.

Bis 1965 wurden zwei weitere gebrauchte Fahrräder gekauft und der Trainingsbetrieb fand nun in Laupheim in der Bühlerturnhalle unter regen Beteiligung montags und donnerstags statt. Da dem Verein nur vier Räder zur Verfügung standen, konnten nicht alle Sportler gleichzeitig trainieren. Es mußten sich die Spieler und Spielerinnen laufend beim Radfahren abwechseln und mancher wartete ungeduldig bis er wieder zum Einsatz kam. Für dem Trainingsbetrieb konnte Max Sontheimer gewonnen werden. Er baute in den Jahren 1965 - 1971 den Hallenradsport in aufopfernder und unübertroffener Manier auf. Er leitete zweimal in der Woche das Training der Jugendlichen im Radball und Radpolo fuhr samstags und sonntags mit den Sportlern zu den Verbandsspielen, Meisterschaften und Turnieren. Das unsere Abteilung in kürzester Zeit in Hallenradsport einen steilen Aufwärtsentwicklung durchmachte und nach kurzer Zeit bereits beachtliche Erfolge errang ist mit Sicherheit zum größten teil ein Verdienst von Max Sontheimer.


Zu diesen Erfolgen zählen unter anderen:
1967-1996: Süddeutsche Meisterschaft im Radpolo,
1969, 1977: jeweils den 5. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Radpolo
1970: Qualifizierung zur Württembergischen Meisterschaft im Jugendradball
1972: Gewinn des Bezirkspokals im Radball
1975, 1979, 1982, 1997: Aufstiege in die Landesliga im Radball

Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Radsportabteilung wurde am 21.11.1987 ein Weltklasseturnier im Radball durchgeführt. Vor vollbesetzten Rängen in der Herrenmadsporthalle spielten Mannschaften wie Jan und Jindrich Pospisil (18 fache Weltmeister),Werner und Jürgen King (Vize Weltmeister) und Thomas und Andreas Steinmeier (2-fache Weltmeister) um den Turniersieg. Diese Veranstaltung war so ein großer Erfolg das sie 2 Jahre später wiederholt wurde.

Nachdem 1972 der Rennsport in Laupheim praktisch zum Erliegen gekommen war, formierte sich Ende der 80er Jahre unter Leitung von Eugen Fakler wieder eine Radrennsportgruppe. Schnell konnte man an die Erfolge aus der Vergangenheit anknüpfen und fuhr in allen Amateurklassen mit um den Sieg. Ab 1990 gab es auch wieder Radrennen in Laupheim, sechs Jahre in Folge wurde das Radkriterium "Rund ums Rathaus" ausgetragen. Mit zu den Startern neben zahlreichen Bundesligafahrern gehörte auch der Olympiasieger Michael Glöckner aus Ehingen. Nachdem sämtliche Rennfahrer aus beruflichen und privaten Gründen den Verein verlassen hatten und die Finanzierung immer schwieriger wurde konnten die Radrennen leider nicht mehr durchgeführt werden.


Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 20.12.2010
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